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Gemeinsame Kleidertauschbörse von BKHX und Kreis Höxter begeistert Besucherinnen und Besucher 

Tauschen statt neu kaufen: Dieses Motto stand am Donnerstag, 18. Juni 2026, im Mittelpunkt der ersten gemeinsamen Kleidertauschbörse des Berufskollegs Kreis Höxter und dem Kreis Höxter als Schulträger. Bei bestem Sommerwetter nutzten zahlreiche Besucherinnen und Besucher aus allen Altersgruppen die Gelegenheit, gut erhaltene Kleidung weiterzugeben, neue Lieblingsstücke zu entdecken und sich über nachhaltigen Konsum auszutauschen. 

Die Stimmung während der Veranstaltung war durchweg positiv. Viele Besucherinnen und Besucher lobten die Idee der Kleidertauschbörse und betonten, dass das Tauschen von Kleidung eine sinnvolle Alternative zum Neukauf sei – sowohl für den Geldbeutel als auch für die Umwelt. Schulsozialarbeiterin Michelle Lübke war eine der ersten Besucherinnen der Kleidertauschbörse und freute sich, dass sie mit zahlreichen Entdeckungen nach Hause gehen konnte: „Ich würde mir noch viel mehr solcher Kleidertauschaktionen wünschen, weil man bei solchen Gelegenheiten Unikate und Kleidungsstücke findet, die man so im Geschäft nicht kaufen kann. Und das Allerbeste daran ist: Man schont die Umwelt.“  Auch die parallel gezeigte Fotoausstellung „Schule statt Fabrik – Arbeitende Kinder in Bangladesch“ stieß auf großes Interesse und regte zum Nachdenken über die globalen Auswirkungen unseres Konsumverhaltens an. 

„Die Kleidertauschbörse zeigt, dass Nachhaltigkeit ganz praktisch im Alltag umgesetzt werden kann“, freut sich Landrat Michael Stickeln. „Wer Kleidung tauscht statt neu kauft, vermeidet Abfälle, schont Ressourcen und setzt ein Zeichen gegen die Wegwerfmentalität. Besonders beeindruckt hat mich das Engagement der Schülerinnen und Schüler, die die Veranstaltung mit großem Einsatz vorbereitet und begleitet haben.“ 
„Ich bin stolz, dass wir an unserer Schule nicht nur eine tolle Gemeinschaftsaktion umgesetzt haben, sondern einen Beitrag für gelebten Umweltschutz leisten konnten. Die Schülerinnen und Schüler haben verstanden, worauf es in Zukunft ankommt“, lobt Lehrerin Michaela Lücking-Freytag. 

Auch aus Sicht der Zero Waste Managerin des Kreises Höxter, Ivonne Meyer, war die Veranstaltung ein voller Erfolg: „Das große Interesse zeigt, dass es ein wachsendes Bewusstsein für nachhaltigen Umgang mit Kleidung gibt und Alternativen zum Neukauf gut angenommen werden. Besonders erfreulich war die hohe Qualität der abgegebenen Kleidung. Die allermeisten Stücke waren sauber, gut erhalten und teilweise sogar neuwertig.“ 

Insgesamt gaben rund 60 Personen Kleidung ab. Dabei kamen um die 670 Kleidungsstücke, Bücher und Accessoires zusammen. Mehr als 250 Artikel fanden während der Veranstaltung neue Besitzerinnen und Besitzer. Die Bilanz zeigt, dass der Gedanke des Gebens und Nehmens von den Besucherinnen und Besuchern aktiv gelebt wurde: Diejenigen, die Kleidung mitnahmen, hatten zuvor insgesamt sogar mehr Teile abgegeben, als sie anschließend auswählten. 

Für das leibliche Wohl sorgten Schülerinnen und Schüler mit einem Kuchenverkauf. Insgesamt kamen durch freiwillige Spenden für Kaffee, Kuchen und mitgenommene Kleidung 169,48 Euro zusammen, die an das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ e.V. gespendet wurden. Das Kindermissionswerk und die Partnerorganisationen nutzen das Geld beispielsweise dazu, Kinder in Bangladesch aus gesundheitsschädlichen Arbeitsverhältnissen zu befreien, ihnen Schulbildung zu ermöglichen und Ausbildungsplätze zu vermitteln. 

Lehrerin Katja Brockhagen zieht auch aus Sicht der Schülergenossenschaft eine positive Bilanz: „Mit der Organisation der Kleidertauschbörse und dem Kuchen- und Getränkeangebot für den guten Zweck hat die Schülergenossenschaft bewiesen, wie wirtschaftliches Handeln und soziale Verantwortung Hand in Hand gehen können. Besonders erfreulich ist, dass wir damit unser Ziel, ein starkes und praktisches Zeichen für die Nachhaltigkeit zu setzen, erreicht haben.“ 

Für Schülerin Ellen Köster war das Event ein voller Erfolg, sie hat aber auch schon neue Pläne: „Beim nächsten Mal möchten wir gezielt männliche Zielgruppen für das Tauschen begeistern und die Uhrzeiten so anpassen, dass wir die Kleidertauschbörse für mehr Berufstätige öffnen.“ 

Möglich wurde die Veranstaltung durch die enge Zusammenarbeit zwischen dem Berufskolleg Kreis Höxter und dem Kreis Höxter. Die Idee zur Kleidertauschbörse hatten Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs. Gleichzeitig verfolgte auch der Kreis Höxter im Rahmen seiner Zero-Waste-Aktivitäten das Ziel, ein solches Angebot zu etablieren, um dem Fast-Fashion-Trend etwas entgegenzusetzen und für einen bewussteren Umgang mit Kleidung zu sensibilisieren. Laut Umweltbundesamt wird 40 Prozent der gekauften Kleidung nie oder nur selten getragen. Aus beiden Ideen entstand schließlich ein gemeinsames Projekt. 

Nach dem erfolgreichen Auftakt sollen weitere Kleidertauschbörsen folgen. Der Kreis Höxter möchte dabei künftig auch andere Schulen und Bildungseinrichtungen unterstützen. Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler, die Interesse an einer eigenen Kleidertauschbörse haben, sind eingeladen, Kontakt mit dem Kreis Höxter aufzunehmen. Die konkrete Ausgestaltung kann gemeinsam und an die jeweiligen Gegebenheiten vor Ort angepasst werden. 

Darüber hinaus sollen künftig weitere Formate erprobt werden – etwa Veranstaltungen in den Abendstunden oder am Wochenende, um auch Berufstätigen die Teilnahme zu erleichtern. Zudem ist geplant, Kleidertauschbörsen im gesamten Kreisgebiet anzubieten. 

Die verbliebenen Kleidungsstücke wurden einem wohltätigen Zweck zugeführt und an das Deutsche Rote Kreuz in Höxter gespendet. Für die Organisatorinnen und Organisatoren steht bereits jetzt fest: Die erste Kleidertauschbörse war ein gelungener Auftakt und ein starkes Zeichen dafür, dass die Kleidertauschbörse ein wirkungsvolles Beispiel dafür ist, wie Abfall im Textilbereich vermieden und nachhaltiger Konsum im Alltag praktisch umgesetzt werden kann.