Der 15. September markiert jährlich den UN-Gedenktag für Demokratie. Es ist ein Datum, das uns daran erinnert, dass demokratische Strukturen keine statischen Gegebenheiten sind, sondern durch stetige Reflexion lebendig gehalten werden müssen. In einer Zeit digitaler Informationsflut gerät eine zentrale Säule unserer Gesellschaft zunehmend unter Druck: die „Vierte Gewalt“, die freie Presse.
Schülerinnen und Schüler der Fachoberschule und des Beruflichen Gymnasiums Wirtschaft trafen am Donnerstag, den 17. September, im Forum Anja Niedringhaus (FAN) den Journalisten Martin Reckweg (NDR). Die Plattform „Journalismus macht Schule“ ermöglichte diesen kostenfreien Besuch des erfahrenen Journalisten.
Für die Lernenden ging es darum zu verstehen, wie KI die Grenzen der Wahrheit verschwimmen lässt. In einer Welt, in der Bilder und Texte sekundenschnell ohne menschliche Qualitätskontrolle generiert werden können. In Vorbereitung auf die Veranstaltung sammelten die Klassen mit ihrer Politiklehrerin Anna Böger fundierte Fragen.
Zur Veranstaltung begrüßte als Gastgeberin im Forum Anja Niedringhaus Frau Karin Sielemann. Die zwei Klassen stellten in mehreren Fragerunden mit jeweils zwei bis drei Schülerinnen und Schülern dem Gast ihre Fragen und tauschten sich mit dem Journalisten aus. Der Schüler Nico Schilcher fand das Gespräch mit Martin Reckweg gut, „Herr Reckweg hat unsere Fragen zu Fakenews und KI auf Augenhöhe beantwortet. Deutlich wurde, dass sich der Journalismus in Zukunft dadurch verändern wird.“
Zusätzlich ging es für die Lernenden des Berufskollegs Kreis Höxter auf Erkundung der Fotoausstellung im FAN, einem besonderen Ort, der den Wert der Pressefreiheit physisch erfahrbar machte. Die Schülerin Emma Franke urteilt, „eine stimmige Veranstaltung, vor allem auch mit dem Besuch der Ausstellung.“
Zwei wichtige Erkenntnisse bleiben am Ende der Veranstaltung:
Erstens, dass Vorsicht im Umgang mit Nachrichten wichtig ist. So rät der Journalist Martin Reckweg: „Für euch junge Menschen stellen Fakenews eine besondere Gefahr dar. Die Wahrheit darf nicht verwässert werden. Schaltet euren Verstand ein! Fragt nach und checkt Informationen gegen!“ Die Schülerin Evelyn Walde fasst das wie folgt zusammen: „Der Auftrag an uns lautet: Wir gehen mit offenen Augen durch die Welt und sind herausgefordert, kritisch zu hinterfragen und uns um verlässliche Quellen bei der Informationsbeschaffung zu kümmern.“
Zweitens, dass Demokratie kein Selbstläufer ist. „Initiativen, die Journalisten mit Schülerinnen und Schülern in Verbindung bringen, sind in Zeiten des digitalen Umbruchs unverzichtbar“, sagt die begleitende Lehrerin Frauke Reede, „sie stärken die Urteilsfähigkeit junger Menschen und verteidigen die Pressefreiheit dort, wo ihre Zukunft entschieden wird: in den Köpfen der nächsten Generation.“



























