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Kunst, Kreativität und neue Perspektiven: Erasmus+-Fortbildung auf Teneriffa

Unsere Kollegin Mona Arendes verbrachte eine Woche auf der wunderschönen Vulkaninsel Teneriffa. Ihren Erfahrungsbericht über ihre Kunst-Fortbildung in San Cristóbal de La Laguna lesen Sie hier:

„In der Woche vor den Sommerferien hatte ich die Gelegenheit, im Rahmen des Erasmus+-Programms an einer Fortbildung auf Teneriffa teilzunehmen. Der Titel des Kurses lautete „Active Art: Understanding and Enjoying Art in the Classroom and Beyond“ und fand in der wunderschönen UNESCO-Weltkulturerbestadt San C

ristóbal de La Laguna statt. Schon allein der Name dieses Veranstaltungsortes machte Lust auf eine Woche voller neuer Eindrücke, kreativer Ideen und spannender Begegnungen.

Die anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen aus Italien und Ungarn. Von Beginn an herrschte zwischen uns allen eine sehr offene und herzliche Atmosphäre. Schnell wurden Erfahrungen ausgetauscht und auch viel gelacht.

Der Kurs war abwechslungsreich gestaltet und fand häufig außerhalb des Seminarraums statt. Ein besonderes Highlight war ein Besuch in einem wunderschönen Park in Santa Cruz, der Hauptstadt Teneriffas. Dort erhielten wir die Aufgabe, gezielt nach Farben, Texturen und Skulpturen zu suchen und diese fotografisch festzuhalten. Diese einfache Aufgabe schärfte den Blick für Details, die man im Alltag oft übersieht. Es war faszinierend zu erleben, wie unterschiedlich die Ergebnisse ausfielen, obwohl wir alle durch denselben Park spazierten.

Auch Museumsbesuche standen auf dem Programm. Statt Kunstwerke nur anzuschauen, lernten wir Möglichkeiten kennen, Kinder und Jugendliche aktiv einzubeziehen, etwa durch kreative Schreibaufgaben, eigene Skizzen oder kleine Forschungsaufträge. Besonders interessant fand ich die Arbeit mit dem Skizzenbuch. Wir entwickelten Ideen, wie ein Skizzenbuch nicht nur im Kunstunterricht, sondern auch im Alltag als kreativer Begleiter genutzt werden kann. Es geht dabei weniger um perfekte Zeichnungen als um das Sammeln von Beobachtungen, Gedanken und Eindrücken.

Ein weiterer Schwerpunkt der Fortbildung war die Wirkung von Kunst auf Körper und Gehirn. Dabei wurde deutlich, dass die Beschäftigung mit Kunst mehr ist als nur ein netter Zeitvertreib. Kreative Aktivitäten fördern die Konzentration, regen verschiedene Bereiche des Gehirns an und können helfen, Stress abzubauen. Auch die aktive Betrachtung von Kunstwerken kann positive Emotionen auslösen und die Wahrnehmung schulen. Gerade in einer Zeit, in der viele Kinder und Jugendliche unter Leistungsdruck oder den negativen Einflüssen von Internet und Social Media stehen, leistet Kunst einen wichtigen Beitrag zu Wohlbefinden, Kreativität und persönlicher Entwicklung. Diese Erkenntnisse sind mir als Kunstlehrerin nicht neu, aber sie so gebündelt und studienbasiert präsentiert zu bekommen, war für mich und meine Arbeit sehr bereichernd.

Natürlich bestand die Woche nicht nur aus Arbeit. Außerhalb der Fortbildung blieb genügend Zeit, die Insel zu erkunden. Besonders oft zog es uns an den goldenen Strand von Las Teresitas, der mit seinem feinen Sand und dem türkisfarbenen Wasser an die Karibik erinnert. Außerdem nahmen wir an einer Stadtführung durch La Laguna teil und erfuhren viel über die Geschichte und Architektur dieser beeindruckenden Stadt.

Ein absolutes Naturhighlight war der Ausflug zum Teide, mit 3.718 Metern der höchste Berg Spaniens. Über den Wolken zu stehen und die Vulkanlandschaft zu betrachten, war ein unvergessliches Erlebnis. Teneriffa beeindruckte mich insgesamt mit seiner außergewöhnlichen Natur: schwarze Lavafelsen, zerklüftete Küsten und immer wieder fantastische Ausblicke auf den Atlantik. Die Insel wirkt an vielen Stellen gleichzeitig rau und wunderschön.

Neben all den positiven Erlebnissen war die Reise für mich persönlich auch eine Herausforderung. Allein zu reisen und vor allem allein zu fliegen, kostete mich zunächst Überwindung. Hinzu kam, dass mein Apartment in einer eher ungünstigen Lage lag. Die tägliche An- und Abreise mit meinem kleinen Fiat Panda war beschwerlich und die Umgebung wirkte auf mich vor allem abends sehr unheimlich.

Rückblickend bin ich jedoch froh, diese Herausforderungen angenommen zu haben. Sie haben mich selbstständiger gemacht und mir gezeigt, dass man über sich hinauswachsen kann, wenn man sich auf Neues einlässt. Einen Tag vor der Abreise wechselte ich zudem in ein Hotel in den „touristischen“ Süden Teneriffas, in der Nähe des Flughafens. An der „Playa de las Américas“ fühlte es sich plötzlich an, als sei ich in Las Vegas gelandet. Ein interessantes Kontrastprogramm im Vergleich zum geschichtsträchtigen und ursprünglichen Norden der Insel. Alles in allem war die Erasmus-Fortbildung auf Teneriffa eine sehr bereichernde Erfahrung. Ich konnte viele praktische Ideen für meinen Unterricht mitnehmen, interessante Menschen kennenlernen und eine faszinierende Insel entdecken. Auch wenn nicht immer alles reibungslos verlief, überwiegen die vielen positiven Erinnerungen deutlich. Und wenn ich heute an Teneriffa denke, kommen mir sofort goldene Strände, schwarze Vulkanfelsen, inspirierende Kunstprojekte und eine Woche voller neuer Erfahrungen in den Sinn.“

Mona Arendes