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Ein Blick, der bewegt: FOWP1H besucht Fotoausstellung im Forum Anja Niedringhaus

Was bedeutet es, alles zurückzulassen? Mit dieser Frage im Gepäck besuchte die Klasse FOWP1H in Begleitung von Frauke Reede und Michaela Lücking-Freytag das Forum Anja Niedringhaus in Höxter. Im Rahmen einer von Ludger Haferkemper gestalteten Führung setzten sich die Jugendlichen mit dem Leben und Werk der 2014 in Afghanistan getöteten Höxteraner Fotojournalistin und Pulitzer-Preisträgerin Anja Niedringhaus und der hochaktuellen Sonderausstellung „1/28. Wege der Migration“ auseinander.

Die gezeigten Werke stammen von der international renommierten Bildnachrichtenagentur EPA Images (European Pressphoto Agency), für die auch Anja Niedringhaus viele Jahre lang tätig war.

Die nackte Zahl hinter dem Schicksal

Bereits der Titel der Ausstellung sorgt bei den Besucherinnen und Besuchern für spürbares Nachdenken. 1/28 – diese mathematische Formel bricht eine globale Realität auf das Individuum herunter: Statistisch gesehen ist aktuell 1 von 28 Menschen auf unserer Erde ein Migrant oder eine Migrantin. Während des Besuchs lernten die Schülerinnen und Schüler, die abstrakten Daten globaler Fluchtbewegungen mit realen, menschlichen Gesichtern zu verknüpfen. Die Jugendlichen erfuhren, wie Globalisierung, politische Konflikte und der Klimawandel diese Prozesse unaufhaltsam beschleunigen.

Bilder, die unter die Haut gehen

Die großformatigen Pressefotografien entfalten eine ganz besondere Wucht. Die Aufnahmen der EPA-Fotografen zeigen die ungeschönte Realität zentraler Migrationsrouten weltweit – von den schlammigen Pfaden der Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch bis hin zu den gefährlichen Wegen über das Mittelmeer oder durch Mittelamerika.

Besonders beeindruckt zeigten sich die Schülerinnen und Schüler von der handwerklichen und ethischen Leistung der Fotojournalisten. Die Führung machte deutlich: Diese Bilder wollen nicht voyeuristisch sein, sondern Schicksale dokumentieren, die sonst unsichtbar blieben. Frei nach dem Leitsatz von Anja Niedringhaus: „Wenn ich es nicht fotografiere, wird es nicht bekannt.“

Fazit: Der Besuch hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die Ausstellung schafft es, das oft hitzig debattierte Thema Migration weg von politischen Parolen und hin zu universeller, menschlicher Empathie zu lenken. Ein absolut empfehlenswerter, außerschulischer Lernort, der die Augen öffnet und den Horizont erweitert.