Am 07.10.2025 fand im Quartier Zukunft in Berlin der Fachtag „Culture Skills – Bildung iterativ gestalten“ statt. Schülerinnen, Schüler, Lehrkräfte, Vertreterinnen und Vertreter aus Politik sowie Bildungspartnerinnen und -partner kamen zusammen, um gemeinsam über die Schule von morgen zu diskutieren. Im Mittelpunkt standen Fragen einer partizipativen, demokratischen und inklusiven Schulentwicklung sowie die Bedeutung von Future Skills und Künstlicher Intelligenz.
Prof. Dr. Klaus Hurrelmann machte deutlich, dass Jugendliche heute unter besonderen gesellschaftlichen und persönlichen Belastungen stehen. Mehrfachkrisen, Unsicherheiten und steigende psychische Erkrankungen prägen ihren Alltag. Schule müsse daher ein Ort sein, an dem junge Menschen trotz dieser Herausforderungen eine stabile Identität entwickeln können. Dazu gehöre sowohl die Stärkung der inneren Realität – etwa durch Resilienz, Selbstbewusstsein und emotionale Sicherheit – als auch die Auseinandersetzung mit der äußeren Realität, also mit Krisen, gesellschaftlichen Veränderungen und deren Bewältigungsstrategien.
Hurrelmann betonte, dass sich viele Jugendliche nicht ausreichend wahrgenommen fühlen. Umso wichtiger sei ein echter Generationendialog, in dem sie nicht nur angehört, sondern aktiv beteiligt werden. Schule solle sich zu einem Lern- und Lebensraum entwickeln, der Begegnung ermöglicht, Vertrauen schafft und junge Menschen in ihrer Persönlichkeit stärkt. Neben fachlichem Wissen gewinnen dabei Kompetenzen wie analytisches Denken, Kreativität, Problemlösefähigkeit, Neugier und Resilienz zunehmend an Bedeutung.
Kerstin Eller richtete den Blick auf die tiefgreifenden Veränderungen von Bildung im Zuge der digitalen Transformation. Sie sprach sich klar gegen eine reine Verbotskultur im Umgang mit Künstlicher Intelligenz aus und plädierte stattdessen für eine aktive, reflektierte Auseinandersetzung mit neuen Technologien. Lernende müssten die Möglichkeit erhalten, KI selbst auszuprobieren, ihre Potenziale zu verstehen und auch kritisch zu hinterfragen.
Ein zentraler Gedanke ihres Beitrags war der Wandel vom Lehren zum gemeinsamen Lernen. Bildung müsse stärker projektorientiert, praxisnah und interdisziplinär gestaltet werden. Theorie, Praxis, Kreativität und Technologie sollten nicht getrennt voneinander gedacht werden, sondern sich gegenseitig ergänzen. Reflexion und Evaluation seien dabei entscheidende Elemente eines zeitgemäßen Lernprozesses.
In den Diskussionen wurde deutlich, dass Schülerinnen und Schüler Schule als einen Ort wünschen, an dem sie ernst genommen und aktiv einbezogen werden. Sie betonten, wie wichtig es für sie ist, mitgestalten zu können und Verantwortung zu übernehmen. Schule soll nicht nur Unterrichtsraum, sondern Begegnungsort und Lerncampus sein – auch über den regulären Unterricht hinaus.
Hervorgehoben wurde, dass praxisnahe Lernformate, wie sie am BKHX bereits umgesetzt werden, einen großen Mehrwert bieten. Projektarbeit, Service Learning, internationale Programme, digitale Lernangebote sowie die enge Verbindung von Theorie und Praxis wurden gelobt. Diese Formate ermöglichen individuelles Lernen, fördern Motivation und machen Schule lebendig und sinnstiftend.
Zugleich äußerten die Schülerinnen und Schüler den Wunsch nach einem zeitgemäßen Umgang mit digitalen Technologien und KI, begleitet durch Unterstützung und Raum zur Reflexion. Schule müsse inklusiv gedacht werden, sodass alle Lernenden – auch Menschen mit Beeinträchtigungen – aktiv mitentscheiden und teilhaben können. Insgesamt wurde der Wunsch nach einer Schule deutlich, die sich weiterentwickelt, Ressourcen nutzt und neu schafft und den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts offen begegnet.
Der Fachtag „Culture Skills – Bildung iterativ gestalten“ machte deutlich, dass zukunftsfähige Schule dort gelingt, wo Beteiligung ernst gemeint ist, Praxisnähe gelebt wird und Lernen als gemeinsamer Prozess verstanden wird. Das Berufskolleg Kreis Höxter zeigt bereits, wie innovative Lernformate erfolgreich umgesetzt werden können. Der Fachtag setzte wertvolle Impulse, diesen Weg weiterzugehen und Schule als lebendigen, menschlichen und zukunftsorientierten Lernort zu gestalten.



























