Wir sind Ronja und Anna und haben gemeinsam unser Abitur am Berufskolleg Kreis Höxter absolviert. Während der Schulzeit haben wir uns dazu entschieden, gemeinsam ein Auslandspraktikum im Rahmen des Erasmus+ Programmes machen zu wollen. Das Praktikum fand vom 07.07.2025 bis zum 01.08.2025 in einem Montessori-Kindergarten in Barcelona statt. Wir haben uns bewusst dazu entschieden, diese Erfahrung zu zweit zu machen, um uns gegenseitig zu unterstützen und eine schöne gemeinsame Zeit zu haben.
Unsere Aufgaben in der Einrichtung bezogen sich auf die Betreuung der Kinder, worunter größtenteils die Hilfestellung zur selbstständigen Beschäftigung der Kinder fiel sowie die ständige Aufmerksamkeit, in Bezug auf Gefahrensituationen, um die Sicherheit der Kinder sicherzustellen. Ebenfalls gehörte es zu unserem täglichen Aufgabengebiet, die Kinder während der Essenszeiten sowie der Schlafenszeiten zu begleiten und gegebenenfalls zu unterstützen. Ferner waren wir für die Vorbereitung des Essens zuständig, worunter beispielsweise das Schneiden und Servieren von Früchten dazu gehörte. Darüber hinaus sorgten wir für ein hygienisches Spielumfeld, indem wir genutzte Flächen reinigten und aufräumten. Des Weiteren waren wir für einige organisatorische Aufgaben zuständig, welche zu einem geordneten Ablauf des Tages beitrugen. Dabei handelte es sich um das Sortieren und Zuordnen von Kleidungsstücken sowie das Ordnen von Bildern und Namensschildern der Kinder. Besonders spannend war für uns der Einblick in eine Montessori Einrichtung und dessen besonderen pädagogischen Herangehensweisen. Aufgefallen sind uns hierbei insbesondere die aus Holz angefertigten Spielsachen, welche zu einem kreativen und nachhaltigem Spielerlebnis beitragen und sowohl die motorischen Fähigkeiten, als auch die kognitive Entwicklung der Kinder voranbringen sollen.Darüber hinaus stellte der Umgang mit Kindern in emotionalen Situationen für uns eine wichtige Lernsituation dar, denn oftmals scheinen die gezeigten Emotionen für Erwachsene im ersten Moment irrational zu erscheinen, da Kinder vor allem im frühkindlichen Alter über noch keine Impulskontrolle oder emotionale Regulation verfügen. Bei näherer Betrachtung fällt allerdings auf, dass es sich bei besagten Situationen um Gefühle handelt, welche in dem Moment die gesamte Welt sowie Wahrnehmung der Kinder einnehmen und für sie von hoher Relevanz sind, was es umso wichtiger macht, ihnen das Gefühl zu geben, gesehen und verstanden zu werden. Ebenfalls war der Umgang mit neurodivergenten Kindern eine wichtige Erfahrung, um festzustellen, dass jedes Kind in seiner Individualität gefördert und respektiert werden muss und gegebenenfalls besonderes pädagogisches Verhalten erforderlich ist. Eine weitere essenzielle Erfahrung, die unseren Lernprozess sowie unsere Wahrnehmung nachhaltig geprägt hat, war der Einblick in die Arbeitsweise in Spanien, welche sich in einigen Teilaspekten grundlegend von denen uns zuvor bekannten abhebt.
Insgesamt stellte das Praktikum eine wertvolle Erfahrung mit vielen Herausforderungen in Bezug auf unsere persönliche Entwicklung dar, indem wir vor allem gelernt haben, die eigenen Bedürfnisse und Wünsche zu kommunizieren. Des Weiteren verbesserten wir nicht nur unsere Sprachkenntnisse, sondern lernten auch in einem neuen Umfeld selbstständig zu arbeiten. Das Erasmus+ Programm würden wir in vielerlei Hinsicht weiterempfehlen, da es eine erhebliche Chance in Bezug auf die persönliche Entwicklung darstellt, indem völlig neue Erfahrungen und Errungenschaften erlebt werden können. Hierbei spielten vor allem das Schließen neuer Bekanntschaften und das Erlebnis kultureller Vielfalt eine große Rolle. Ebenfalls trägt das Programm erheblich zu steigender Chancengleichheit bei, da es auch Jugendlichen aus finanziell schwächeren Familien möglich ist, von den zuvor erwähnten Errungenschaften zu profitieren. Über uns selber haben wir gelernt, dass wir fähig sind, über uns selber hinauszuwachsen, indem wir mit Herausforderungen konfrontiert wurden und einen konstruktiven Lösungsweg beziehungsweise Umgang gefunden haben, was eine maßgebliche Erkenntnis in Bezug auf weitere Lebensabschnitte darstellt.
Anna-Maria Hansmann & Ronja Böing



























