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Das Aschenbrödel – Motiv

Eine zeitlose Interpretation eines stets aktuellen Themas.

Der Literaturkurs der GPM 1 schloss sein Halbjahres-Projekt in Kassel mit dem Besuch der Inszenierung „Cinderella“ von Charles Way ab. In den zahlreichen Versionen des Märchens vom Aschenbrödel (Ludwig Bechstein) oder vom Aschenputtel (Brüder Grimm) werden die unterschiedlichsten soziokulturellen Umstände des Lebens als Halbwaise nach der Wieder-verheiratung des überlebenden Elternteils abgebildet. Die Rolle der jungen Frau, die des Mannes sowie die Frage nach Armut und Reichtum gehören ebenso zu den Kristallisationspunkten für eine vergleichende Analyse wie das Verhältnis der Geschwister untereinander und die Strukturen in einer Feudalgesellschaft. Diese in Text- und Filmbeispielen aufzuspüren, zu ver-gleichen, um im Rahmen hermeneutisch lebensgeschichtlicher Betrachtungen entsprechende Rückschlüsse daraus ziehen zu können, war für die Klasse eine spannende und „unter die Haut“ gehende Erfahrung in den vergangenen Schulwochen. Da war es sehr willkommen, dass die „letzte“ Interpreation des Stoffes von Charles Way sehr vergnüglich auf die Bühne gebracht werden konnte – das Lachen gehört zu einer der schönsten Möglichkeiten, ein anstrengendes und berührendes Thema zu beenden. Das Staatstheater in Kassel selbst schreibt dazu auf seiner Homepage: „Mit seiner sehr humorvollen Modernisierung dieser uralten Geschichte gelingt es Charles Way, Probleme unserer Gegenwart mit traditionellen Elementen des Märchens zu verknüpfen. Zwischen den Erwartungen der Erwachsenen und der Suche nach dem eigenen Glück gehen die beiden jungen Hauptfiguren ihren Weg zur selbstbestimmten Freiheit. Das ist nicht einfach – aber natürlich gibt es ein märchenhaftes Happy End.“