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Oberstufe des Beruflichen Gymnasiums wieder im B!lab Beverungen

„Alles wurscht“ – Tierartdifferenzierung mittels PCR –

Wie man aktuellen Pressemitteilungen entnehmen kann, kommt es immer wieder vor, dass Lebensmittel nicht korrekt deklariert werden. Man erinnere sich nur an den „Pferdefleischskandal“ von 2013, als in vielen Fertigprodukten, die entsprechend ihrer Zutatenliste aus Schwein- und/ oder Rindfleisch bestehen sollten, Pferdefleischanteile festgestellt wurden. Hierbei handelt es sich nach deutschem Lebensmittelrecht um die wissentliche Täuschung der Verbraucher/-innen und damit um eine Straftat. Jede/r Konsument/-in hat ein Anrecht auf wahrheitsgemäße Information über die Inhaltsstoffe der Lebensmittel. Aus unterschiedlichen Gründen können Menschen den Verzehr von verschiedenen Fleischsorten ablehnen: hierbei können religiöse Gründe (wie z.B. bei Muslimen der Verzehr von Schweinefleisch), Gründe der Verträglichkeit (wie z.B. das Vermeiden von Hühnerfleisch bei Hühnereiweißallergie) oder auch persönliche Gründe (wie z.B. das Vermeiden des Verzehrs von Pferdefleisch bei Pferdeliebhabern) eine Rolle spielen.

Dies nimmt das B!lab zum Anlass in dem Schüler/innenkurs „Alles wurscht – Tierartdifferenzierung mittels PCR“ unterschiedliche Lebensmittelprodukte auf die Richtigkeit der Deklaration zu untersuchen. Dazu durften zwei Schülerinnen explizit Döner von ihrem Lieblingsimbiss einkaufen und zu dem Kurs mitbringen. Bei den Dönerfleischproben handelt es sich nach Aussagen des Verkäufers um einen Döner mit Rindfleisch (Kalb) und um einen mit Putenfleisch. Beide Döner stammen von einem Imbiss.

Diese wurden nun in dem eintägigen Laborkurs von den Schüler/-innen in 4 arbeitsteiligen Gruppen auf die verarbeiteten Fleischanteile hin untersucht. Sie führten eine sog. Tierartdifferenzierung durchgeführt, darunter versteht man die mengenmäßige Bestimmung tierischer Gewebe und ihrer Zugehörigkeit zu bestimmten Tierarten. Dabei lernen Sie ein gentechnologisches Verfahren, die sog. PCR (Polymerase Chain Reaction) kennen. Dieses Verfahren wird eingesetzt, um DNA- Abschnitte in kürzester Zeit so stark zu vermehren, dass sie anschließend mit Hilfe der Gelelektrophorese sichtbar gemacht und ausgewertet werden können. Aufgrund der Tatsache, dass das Verfahren der PCR auch 2018 wieder zu den abiturrelevanten Themen des Zentralabiturs an Berufskollegs gehört, hilft dieser Kurs den Schülerinnen und Schüler, durch die praktischen Erfahrungen, die sie im Rahmen des Labortages am B!Lab sammeln, das Thema „PCR“ mit allen Sinnen zu begreifen.

Ergebnis der Untersuchungen waren, dass beide Döner (einer deklariert als Kalbs-, der andere als Putendöner) sowohl Rinder-, als auch Huhn- und Putenanteile hatten. Bei der nachgewiesenen Rinder-DNA im Putendöner kann es sich aber auch um den Nachweis des aus Joghurt hergestellten Tzatzikis handeln.

Am Ende des Labortages erhielten die Schüler/-innen über ihre gesammelten praktischen Erfahrungen außerdem ein Fortbildungszertifikat.