Kultur und soziales Engagement: kraftart

Jugendliche stark machen: Stärkung personaler und sozialer Schutzfaktoren durch die Mitgliedschaft in der Gruppe „KraftART

In der inklusiv angelegten Gruppe, welche am Kreisberufskolleg zum Beginn des Schuljahres 2015 entstanden ist, entstehen künstlerische Produkte und Werke (Art = Kunst), z.B. Videoinstallationen, Theaterstücke, Filme, Bilder, welche aktuelle Bedürfnislagen und Interessen der Jugendlichen aufgreifen und somit einen Beitrag zur Stärkung ihrer Persönlichkeit leisten können. Die Teilnehmer/innen stärken und unterstützen sich zudem gegenseitig durch das Einbringen ihrer individuellen Fähigkeiten und Erkenntnisse – ihrer ganz eigenen Art.

Die Mitglieder der Gruppe KraftART sind über 50 Schüler/innen des Berufs-kollegs Kreis Höxter Brakel aus verschiedenen Bildungsgängen, u.a. auch mehrere junge unbegleitete Flüchtlinge aus den Internationalen Förderklassen. Das Zusammensein in der Gruppe hat bereits bewirkt, dass die Jugendlichen und jungen Erwachsenen sich untereinander angenähert haben und in einen guten Kontakt getreten sind. Die Flüchtlinge haben so erste Anknüpfungspunkte in Deutschland. Für die deutschen Mitglieder der Gruppe war es besonders bewegend, die Schilderungen der unterschiedlichen Fluchtwege durch die einzelnen Flüchtlinge aus erster Hand zu hören und so einen persönlichen Zugang zur Flüchtlingssituation in Deutschland zu finden.

Gemeinsam haben die Teilnehmer/innen der Gruppe im November 2015 eine Fotoausstellung konzipiert, welche anhand einer Portraitserie mit dem Titel „Starke Bürger“ die neue Vielfalt der deutschen Gesellschaft verdeutlicht. Der Begriff „Bürger“ wird hier in einem weiteren Sinn verstanden: Neben deutschen Staatsbürgern sind momentan unabhänig von ihrer Staats-angehörigkeit und Nationalität viele Menschen in Deutschland ein Teil unserer Gesellschaft und somit grundrechtsberechtigt. Es zeigen sich in der Porträtserie Personen, die in ihren unterschiedlichen Lebensbereichen viel Stärke und Kraft mitbringen bzw. mitbringen müssen, weil die äußeren Lebensumstände z.T. nicht einfach sind. Indem sie sich zeigen, soll Öffentlichkeit hergestellt werden und ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass die kulturelle Vielfalt in unserer Gesellschaft – immer noch – eine Bereicherung ist.

In 2016 haben die Mitglieder der Gruppe u.a. ein Internationales Buffet in der Schulküche organisiert, einen Clubabend in einer Discothek veranstaltet sowie einen Vortrag mit dem Gastredner Prof. Dr. Klaus Hurrelmann aus Berlin organisiert.  Momentan ist auf Anregung der Gruppe KraftART eine Ausstellung zum Thema „Gender Mainstreaming“ im Schulgebäude zu sehen, in deren Zusammenhang sich Schüler/innen u.a. kreativ mit der Thematik auseinandergesetzt haben, indem sie entsprechende Plakate gestaltet haben.

Das Konzept der Gruppe sieht grundsätzlich vor, den Jugendlichen und jungen Erwachsenen weitreichende und konkrete Mitwirkungs- und Partizipationsmöglichkeiten einzuräumen und ihnen eine weitgehende Verantwortung für die inhaltliche und methodische Gestaltung der Gruppentreffen zu übertragen. So sollen sie befähigt werden, eigene Vorstellungen und Interessen (weiter) zu entwickeln, Fragen stellen zu lernen und Lösungen zu finden, Pflichten und Aufgaben einzuhalten sowie Anstrengung als lohnend zu erleben. Durch das soziale Eingebundensein in die heterogene Gruppe sollen sie vielfältige Erfahrungen mit anderen Menschen machen und sich in andere Personen emphatisch hineinversetzen können.

Ziel ist es, so die bedeutsamen personalen und sozialen Ressourcen der Jugendlichen zu stärken, wie z.B. emotionale Stabilität, Selbstvertrauen, soziale Kompetenz, Selbstwirksamkeitserwartung und aktiv-problemlösende Bewältigungsstrategien. Durch diese Art von Kraft sollen die Jugendlichen befähigt werden , anstehende Entwicklungsaufgaben, wie Erlangung schulischer u. beruflicher Qualifikationen, Übernahme von gesellschaftlichen Partizipationsrollen im kulturellen und politischen Raum, Entwicklung eines eigenen Lebensstils und sozialer Bindungen u.a., aktiv und angemessen zu bewältigen.

Geplante Vorhaben in den nächsten Wochen:

–    Erwerb des Titels „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“;

  • Konzeption und Gestaltung der Fotoausstellung „Miteinander stark“ (Ausstellungsort: Deutscher Bundestag, Berlin)

Wer Interesse an einer Mitarbeit in der Gruppe hat, wendet sich bitte an die Lehrkräfte Markus Keeve, Annika Schulze-Rudolphi oder Marita Menne vom Berufskolleg Kreis Höxter.

Fotoausstellung „Stark miteinander“ der Gruppe KraftART in Kooperation mit der HAWK Holzminden

Gemeinsam haben die Teilnehmer/innen der Gruppe KraftART 2015 eine Fotoaus-stellung mit dem Titel „Starke Bürger“ konzipiert, welche anhand einer Porträtserie von Menschen  aus Deutschland und Geflüchteten aus unterschiedlichen Herkunftsländern (Syrien, Iran, Bangladesh, Afghanistan…) die neue Vielfalt unserer Gesellschaft verdeutlicht hat.

Als Folgeausstellung, welche die Chance hat im Deutschen Bundestag in Berlin gezeigt zu werden,  ist  aktuell in Kooperation mit Studierenden der HAWK Holzminden eine Folgeausstellung mit dem Thema „Stark miteinander“ geplant. Diese soll zeigen, dass inzwischen zwischen Einheimischen und geflüchteten Personen Bindungen entstanden sind, welche beide Seiten bereichern. Freundschaft , Unterstützung und gegenseitige Hilfe sind wichtige Ressourcen, die Menschen Kraft geben, sich den Anforderungen des Lebens zu stellen. Die Motive der Bilderreihe sollen Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen gemeinsam zeigen und deutlich machen, in welcher tragfähigen, vertrauensvollen Verbindung sie zueinander stehen.

In den nächsten Wochen beginnt die konzeptionelle Arbeit zur Planung der Ausstellung. Dazu können wir u.a. Studierende der HAWK Holzminden am 16.10. 2017 am Schul-standort Brakel begrüßen.

Wir freuen uns auf eine gute, erfolgreiche Zusammenarbeit!