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„Die spinnen, die Briten“ – Studienfahrt der FOS des Berufskollegs Kreis Höxter

Frei nach Asterix waren sich alle Schülerinnen und Schüler einig, dass es wohl ein herber Verlust für Europa werde, wenn sich Großbritannien aus dem Staatenbund verabschiede, hätten doch fast alle auf ihrer Studienfahrt vom 17.-21. September 2018 nach Eastbourne ganz offene und freundliche Menschen angetroffen. Die Lebensart sei zwar nicht immer mit der eigenen kompatibel, aber für diese Zeit sei es eine interessante Erfahrung gewesen.

Bereits im Vorfeld der Reise kamen am Informationstag zur Fahrt einige Fragen auf, die die begleitenden Kolleginnen Dagmar Knies, Hildegard Nutt und Ina Eikenberg sowie der Kollege Udo Schlüter zu beantworten hatten. Insbesondere ging es dort um die Lebensart der Briten, die altbekannten Vorurteile über das Essen (Sandwich und Fish and Chips), aber auch um ganz praktische Fragen, wie man z.B. mit der Londoner U-Bahn fährt.

Gut informiert konnten so am Montag, den 17. September 80 Schülerinnen und Schüler der Fachoberschule des Berufskollegs Kreis Höxter eine Studienfahrt an die Südküste Englands antreten. Bereits die Überfahrt mit der Fähre von Calais nach Dover ließ in der Abendsonne einen herrlichen Blick auf die berühmten Kreidefelsen von Dover und dem darüberliegenden Castle zu. Bis zur Ankunft in Eastbourne sollten aber noch einige Stunden vergehen und so konnten alle mit den ersten guten Eindrücken in der Abenddämmerung von ihren Gastfamilien eingesammelt und in ihre Unterkünfte gebracht werden.

Hatte man sich am Abend nicht mehr mit der Familie in der Landessprache austauschen können, hieß es spätestens an Tag zwei der Reise: „Nice to meet you“ und „English, please“. In der Sprachschule galt es für alle Schülerinnen und Schüler sich in englischer Konversation zu üben. Für manche eine große Überwindung, für einige eine freudige Herausforderung. Anschließend wurde während einer Stadtrundfahrt unter der kompetenten Führung einer Jürgen-Matthes-Mitarbeiterin Eastbourne erkundet. Höhepunkt dabei war sicherlich Beachy Head, eine nahe der Stadt gelegener Landspitze mit Steilklippen, die mit 162 Meter Höhe ins Meer abfallen und die einen spektakulären Blick auf die Umgebung mit dem berühmten rot-weiß gestreiften Leuchtturm ermöglichen.

Für viele sollte das Highlight der Fahrt jedoch am folgenden Tag sein. Die Metropole und englische Hauptstadt London mit ihren 12 Millionen Einwohnern stand auf dem Programm. Von Greenwich, wo die Gruppe den nullten Meridian streifte, ging es nach einem kleinen Marsch zum Themseufer auf eine Bootstour, vorbei an etlichen Sehenswürdigkeiten wie Shakespeare’s Globe Theatre, St. Paul‘s Cathedral mit Millenium Bridge, dem Tower of London mit der Tower Bridge und dem London Eye, um schließlich an den „Houses of Parliament“ auszusteigen und per pedes die Stadt weiter zu entdecken. Die ersten Schritte erfolgten für die meisten Schülerinnen und Schüler in von den Lehrpersonen geführten Gruppen. Nachdem weitere Sehenswürdigkeiten wie Downing Street, Westminster Abbey und Buckingham Palace auf der Liste abgehakt waren, wollten die Reiseteilnehmer IHRE eigenen Sehenswürdigkeiten entdecken, die in vielen Fällen in der Oxford Street lagen. Voll bepackt mit allen möglichen Accessoires trat die Gruppe gegen Abend zufrieden und erschöpft von der O2-Arena aus die Rückfahrt nach Eastbourne an.

Am Donnerstagvormittag stand nochmals die englische Sprache im Vordergrund. In der Sprachschule galt es einmal mehr sich mit „native speakers“ zu unterhalten. Der Nachmittag rundete schließlich das Programm mit einer Fahrt in die Küstenstadt Brighton ab, wo man durch den Besuch des Royal Pavilion den Glanz der britischen Könige des 19. Jahrhunderts nachspüren konnte. Die Geschichte dieses auffälligen Gebäudes, das außen wie ein indischer Palast aussieht und im Inneren im chinesischen Stil eingerichtet wurde, erfuhren die Schülerinnen und Schüler mit einem Audioguide in individuellem Tempo. Wer seine Pfund noch nicht in London ausgegeben hatte, für den gab es anschließend noch die Möglichkeit diese in den „Lanes“ oder einem großen Shoppingcenter loszuwerden. Einige nahmen die verbliebene Zeit zum Anlass auf kulinarische Reise zu gehen und trauten sich in ein indisches Restaurant zu einem indischen Madras oder Khorma. Dabei erfuhren sie, dass „very hot“ eben nicht immer „sehr heiß“ bedeutet.

Am letzten Tag trat man voller neuer Eindrücke die Rückreise an und erreichte, recht erschöpft von der langen Busfahrt, um 1.00 Uhr in der Nacht Brakel.

Bleibt zu hoffen, dass dieser Trip auf die Insel auch nach dem Brexit im nächsten Jahr stattfinden kann.

(Udo Schlüter)