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„Arbeit für den Frieden“ – eine Auseinandersetzung mit der deutschen und europäischen Geschichte

Unsere Reisegruppe, bestehend aus 35 Schülerinnen und Schülern der Berufsfachschule für Kinderpflege, der Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung sowie Technik, Elektro und Metall, machte sich am Montag, den 13. Mai 2019, bei strahlendem Wetter auf den Weg ins holländische Ysselstein nahe der deutschen Grenze. Dort liegen auf einem 28 Hektar großen Soldatenfriedhof mehr als 32.000 deutsche gefallene Soldaten begraben. Nebenan befindet sich eine internationale Begegnungsstätte, die seit mehr als 40 Jahren vom Volksbund betreut wird. Dort bekamen wir nach Einzug in unsere Holzblockhäuser bei einer Führung über den Friedhof erste bewegende Eindrücke über einen wichtigen Teil unserer Geschichte. Das Berufskolleg Kreis Höxter nimmt seit fast 20 Jahren mit Unterstützung des Fördervereins an der Maßnahme des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. teil und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Friedenserziehung.

Die erste Auseinandersetzung wurde am nächsten Tag durch einen aktiven Beitrag zur Gräberpflege sowie der Bearbeitung von Einzelschicksalen weitergeführt. Durch das Säubern einzelner Gräber bekamen wir einen Eindruck von der Höhe der Opferzahl im 2. Weltkrieg. Die 32.000 Kreuze, die nur einen Bruchteil der Opfer im 2. Weltkrieg repräsentieren, wirkten auf uns wie ein imposantes Mahnmal. Die Auseinandersetzung mit einzelnen Persönlichkeiten, deren Biographien und Schicksale zeigten uns außerdem, dass eine pauschale Verurteilung von Menschen nicht möglich ist, sondern es einer tiefergründigen Auseinandersetzung bedarf.

Natürlich kamen neben der historischen Auseinandersetzung auch teamfördernde und kulturelle Aktivitäten nicht zu kurz. So erkundeten wir mit dem Fahrrad die Region um Ysselstein sowie die Stadt Venray. Am Mittwoch hatten wir die glückliche Gelegenheit, den Zeitzeugen Joop Onnekink, der den 2. Weltkrieg als Kind in den Niederlanden miterlebte, kennenzulernen und seine persönliche Geschichte zu hören, ihm Fragen zu stellen und somit die undenkbaren Erlebnisse, die ihm widerfahren sind, nachzuempfinden. Nach einer ausgiebigen Erkundungstour durch das Airborne Museum Hartenstein mit seiner spannenden Erlebnisroute zur Zeit der Befreiung Arnheims durch die alliierten Truppen 1944, fuhren wir dann zu einem Sightseeing- Trip über die Frost- Brücke in die Stadt Arnheim. Diese Brücke hat eine große geschichtliche Bedeutung, da die Alliierten hier im Herbst 1944 mit der „Operation Market Garden“ eine herbe Niederlage gegen die Deutschen erlitten.

Zum Abschluss erfolgte eine kleine Gedenkveranstaltung am zentralen Hochkreuz des Friedhofs, bei der das Thema Krieg und Frieden anhand einzelner Texte  noch einmal thematisiert wurde und einzelne Schülerinnen und Schüler durch Kurzvorträge die Woche noch einmal Revue passieren ließen.

Die Studienfahrt hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, sich mit Themen wie Krieg, Fanatismus, totalitären Herrschaftssystemen und deren Folgen auseinanderzusetzen, um einen aktiven Beitrag zum Frieden leisten zu können. Außerdem wurde uns bewusst, dass Frieden niemals als selbstverständlich anzusehen ist, sondern unsere persönlichen Entscheidungen und unser Engagement für Respekt, Toleranz und Offenheit einen erheblichen Teil dazu beitragen.